Unser Feuerwehrgerätehaus

Das Feuerwehrgerätehaus befindet sich im Tjarksweg, mitten in Friedrichskoog. Errichtet wurde das Gebäude im Juni 2000 mit einer, für den damaligen Stand, sehr ordentlichen Größe. Über die Jahre hinweg änderte sich der Fuhrpark der Wehr, angepasst an die örtlichen Gegebenheiten. Das Gerätehaus wurde zu klein.

Der fehlende Platz war darauf zurückzuführen, dass sich seit dem Neubau des Gerätehauses in der Gemeinde Friedrichskoog mehrere größere Betriebe (DEA AG, Mutter-Kind-Klinik, Indoor-Spielwal, etc.) angesiedelten und die Feuerwehr sich dieser Situation anpassen musste. Desweiteren führte die in weiten Teilen der Gemeinde schlechte Löschwasserversorgung zur Veränderung der Ausrüstung. Fahrzeuge und Gerätschaften mussten also dem vergrößerten Risiko angepasst werden.

Im Februar 2009 fand eine routinemäßige Überprüfung des Feuerwehrgerätehauses durch die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord) statt. Die HFUK Nord ist für den Träger des Brandschutzes (Gemeinden, Städte) das gleiche wie die Berufsgenossenschaft für den Gewerbebetrieb.
Bei der damaligen Überprüfung wurden zahlreiche Mängel festgestellt. Unter anderem fehlte Platz für die Unterbringung der Fahrzeuge sowie für das Personal, um sich umziehen zu können.

Einige Fahrzeuge und Anhänger sind aus Platzgründen an verschiedenen Stellen innerhalb des Ortes ausgelagert, die Mannschaft zog sich hinter den Fahrzeugen in der Halle um, egal zu welcher Jahreszeit.
Für viele Bürger war es sicher nicht verständlich, wie es zu diesen Maßnahmen gekommen ist. In früheren Zeiten war es augenscheinlich viel einfacher und sicher auch nicht so kostenintensiv eine Feuerwehr zu unterhalten. Betrachtete man die Gesamtheit der Mängel, sind es nicht nur die Anpassung an das vergrößerte Risiko, sondern auch die geänderten Rahmenbedingungen in Form von Vorschriften, die im Laufe der Jahre verschärft wurden. Sollten die Vorschriften nicht eingehalten werden, beispielsweise durch bauliche Mängel oder Mängel in der Ausstattung, kann die Gemeinde bei einem Unfall in Regress genommen werden. Schlimmstenfalls droht der Entzug des Versicherungsschutzes. Dies kann die Kosten für die Abschaffung der Mängel um ein Vielfaches übersteigen. Wir geben an dieser Stelle zu bedenken, dass in den letzten zwei Jahren zwei Beinahe-Unfälle auf Grund der räumlichen Enge zum Glück glimpflich ausgegangen sind.

Ein Architektenbüro wurde durch die Gemeinde Friedrichskoog mit der Planung des Anbaus beauftragt. Die Vorgaben für die Planung kommen von der HFUK Nord, nicht von der Feuerwehr. Diese Vorgaben konnten kaum mit einer kostengünstigen Variante gedeckt werden und man kann erst recht keinen Vergleich zu anderen öffentlichen Gebäuden ziehen. Der Feuerwehr Friedrichskoog wurde in diesen Planungen lediglich eine beratende Funktion eingeräumt.

Selbst uns als Beteiligte in diesem Planungsverfahren erschienen einige Dinge als überflüssig, jedoch ließen die gesetzlichen Bestimmungen eine kostengünstigere Variante nicht zu. Nun ging es darum, den effektivsten Weg zu gehen, damit für die Zukunft gebaut wurde und weitere Kosten eingespart werden. Ein Anstieg der Mitgliederzahlen, eine veränderte Anzahl der Geschlechter oder eine Veränderung innerhalb des Einsatzgebietes mussten bei der Planung berücksichtigt werden, um zukünftige Kosten einzusparen.

Von der Begehung des Gerätehauses im Jahr 2009 wurde bis 2014 seitens der Gemeinde nichts unternommen. Es folgte eine Mahnung durch die HFUK Nord. Im Anschluss kam es zu Vorschlägen und Ausarbeitungen durch das beauftragte Architekturbüro. Nachdem ein erster Entwurf als zu teuer bewertet wurde, haben sich alle Parteien zusammengesetzt und in Abstimmung mit der HFUK einen Plan vorgestellt, der das Minimum von dem enthält, was die Feuerwehr-Unfallkasse verlangt.
Durch viele Verzögerungen und neue Vorschläge, die einerseits keine Pläne enthielten und nebenbei nicht mit der HFUK Nord abgestimmt waren, sowie durch Sparvorschläge, die völlig unrealistisch waren, konnte der eigentliche Beschluss erst Anfang Mai 2017 gefasst werden.

Mit großen Schritten ging dann im Sommer 2017 die Erweiterung des bestehenden Gebäudes los. Insgesamt wurden neben drei neuen Stellplätzen zwei Umkleideräume mit Sanitäranlagen sowie eine neue Werkstatt, eine Atemschutzwerkstatt sowie ein großes Lager angebaut.
Im Januar 2018 erfolgte im feierlichen Rahmen die Übergabe des Anbaus.